


Covington
Kemtucky, Dezember 6. 1863
Vielgeliebte Brüder, Schwester, Schwager, und Schwägerin.
Ich kann nicht unterlassen an Euch zu Schreiben weil Wir in lange Zeit nicht`s von Euch gehört haben, wir sind noch alle gesund und munter, das hoffen wir auch von Euch, das dieser Brief Euch in guter Gesundheit antrefen werde überreichen wir Euch ein kleines Geschenk, welches ist mein und meine Frau`s Bildniß, weil Ihr mir in oder schon über 27 Jahre
nicht
mehr gesehen habt` und meine Frau noch niemals.

Rückseite der Bilder

Joseph Hovekamp, Maria Anna Hovekamp geb. Beneke

Maria Anna Hovekamp geb. Beneke
Wir haben beinahe
Drei Jahre Krieg im Lande und wie lange es noch dauern wird das wißen
wir nicht. Denn was der Krieg gebracht hat, der eine Theil von
Amerika hat schwarze Sklafen und der andere Theil nicht die Sklafen
und die Frei Stadten haben sich gegen einander empörth, und der
eine Theil ist nicht damit zufrieden das der andere Theil Sklafen hat
und sie sagen und haben die Konfusion und Stadts- Rechten Sklafen zu
halten, aber es soll mir nicht wundern daß die Sklaferei
aufgehoben wird, aber mann kann es nicht sagen den beide Theile
haben viele Soldaten im Felde und viele sind schon gefallen, den sie
haben schon viele Schlachten geliefert, wo schon in eine Schlacht bei
Schwanzig Tausend Menschen gefallen sind an beide Seiten an Todten
und Verwundeten und beinahe alle freiwillige, in unserer Gegend ist
soweit noch keine Schlacht geliefert, doch nur ein kleines vorporten
Gefecht, die Gegenden wo die Schlachten geliefert waren, da ist
alles ruiniert, Heuser und Dörfer niedergebrand, Eigenthum
weggenommen worden. Letztes Jahr bin ich und meinen Fuhrman 2 ½
Tag mit unsere vier Pferde vor die Kanonen gespandt gewesen, wir
haben reis- aus genommen. Die Regierung hat mich doch 24 Dolar
bezahlt, denn es felth hier nicht an Geld, aber lauter Papier Geld
von 5 Cent auf bis Tausend Dolar so gibt es keine klingende Münße,
das Papier Geld ist alles gut im Lande. Ich habe mich entschloßen
mein Geschäft aufzugeben den Wir haben Einkommen genug wovon ich
und meine Familie von leben können, den unser Einkommen beträcht
sich Monatlich auf etwas über 100 Dollar ich habe meine Pferde
schon alle verkauft bis auf einen. Arbeitslohn ist jetzt von 1 1/4
bis auf 2 Dollar Tag für gemeine Arbeiten und es steigt höher
von Woche zu Woche. Schreiner und Backstein Maurers verdienen
2 ½ bis 3 Thaler den Tag darum nehme ich keine Arbeit an, den wenn man große Kontracks annimmt kann man leicht Geld verlieren. Lebensmittel und Kleidung ist zweimahl so theuer als früher darum kann man nicht sagen das die Arbeiter zu viel verdienen ich denke, das Ihr wohl wißet wie es hier mit dem Krieg ist aus der Zeitung, den Ihr bekommen jeden Tag Nachricht von Europa und so denke ich, das Ihr ihn von Amerika bekommen, darum will ich nich mehr davon Schreiben, aber ich habe in der Zeitung gelesen das der König von Preusen mehre Deutsche Zeitung verboten hat in seinem Lande sie kommen von Amerika, das sind diejenigen die Ihr bekommen, die schwarze Republikanische Zeitung.
Wir hatten 8 Kinder aber zwei sind gestorben 6 leben noch und unsere älteste Tochter hat sich verheiratet mit ein Apotheker mit Namens Fabra, unser jüngster Sohn ist schon im zehnten Jahr unser ältester Sohn ist auch ein Apotheker, unsere zwei jüngsten gehen noch in die Schule, welche nicht weit von uns, ist unsere Sprache.
Adeleit Naber ist noch recht gesund und munter und ? Ihre Kinder sind schon alle groß sie wohnen nahe bei uns.
Wir grüßen Euch Allen noch einmahl.
In der Hoffnung daß Ihr bald als möchlich
wieder schreiben werdet schließe ich und verbleibe Euer
Vielgeliebter Bruder und Schwager
Joseph Hovekamp
Ausgewandert im Jahre 1836 nach Amerika