Auswanderbriefe
Cininnati den 24. November 1873
Liebe Eltern !
Euern lieben Brief vom 26 ten v. V. habe ich richtig mit Freuden erhalten und daraus gesehen das Ihr alle noch recht gesund waret. Auch kann ich Euch mitheilen das ich mich einer guten gesundheit erfreue. Es ist hier kürzlich mangmahl ziehmlich kalt gewesen es hat schon gefroren und auch geschneit zetzt regnet es. Vorigen Sontag bin ich nach Covington gewesen nach Nabers und Onkel Joseph sie wahren alle noch recht gesund. Onkel ist noch recht Dick und Fett und hatt einen echten grauen Bart. Die Geschäfte hier in der Stadt gehen nur recht langsam, ich habe immer bis jetzt noch gearbeitet und bin noch in dem Ofenhabwerk sonst laufen hier in der Stadt die Leute bei tausende herum, aber das wierd wohl nicht lange so bleiben. Die fetten Schweine kosten hier 100 Pfund 3 ½ Thaler und das Schweinefleisch waß man Matt heißt kostet hier 20 – 25 Pfund 1 Thaler, die andern sachen sind hier alle so billich nicht.
Bruder Theodor hatt mich auch noch kürzlich geschrieben, er wahr noch recht gesund und arbeitete immer mit frohem Muth darauf an, auch hatt er mich mitgeteilt das G. Leisman nach einem zwei Monatlichen krankenlager in die Ewigkeit hinüber geschieden sei, was ihr auch so vieleicht wisset. Ich werde vieleicht diesen Winter mahl nach Louisville hinreisen und Theodor mahl besuchen den ich werde noch zeit genug bekommen!
Hiermit will ich mein schreiben schließen in der Hoffnung, das Euch dieser Brief in der besten gesundheit antreffen werde, grüße Euch allen Eltern Oheim Bruder und Schwester indem ich verbleibe
Euer treuliebender Sohn Bern. Hovekamp
Übersetzung der Geheimschrift vom 24. 11. 1873
ICH KAN VOLSTÄNDIGER BÜRGER
WERDEN WEN ICH FÜNF JAHE HIR
BIN ABER WEIS NICHT WEN ICH
DA WIDER KOMME OB ICH DA
BLEIBEN DARF WEN AMERIKA BLEIBT
WAS ES JETZT IST SO IST HIR NICHT
VIL MER ZU FINDEN