Padeak den 20 ten Dezember 1901


Lieber Bruder u. Vater!

Da es schon lange her ist das wir durch gegenseitigen Briefwecksel von einander gehört haben, so kan ich es nicht lenger unterlassen Euch einige Seilen zu Schreiben, vorerst kan ich Euch mittheilen, das wir Gott sei dank alle noch recht Gesund sind u. uns ein gutes Wohlergehen Erfreuhen, dasselbe wir auch von Euch allen Hoffen. Das wir hir letzen Sommer einen ungewönligen heises u.trocknes Wetter hatten, werdet Ihr wohl in der Zeitung gelesen haben, der Termeter zeigte merere Wogen 105 bis 115 im Schatten u. dazu eine grose Trokkenheit, das das Welskorn, was hir einer der haubt Ernten ist, in die meisten Staten fast halb u. ganz Fehlernte wahr, auch Kartofeln eine fehlernte, Weitzen u. Heu gut, doch wir können uns noch nicht Beklagen, haben noch eine zimlig gute Welskorn Ernte bekommen, im ganzen bald 1000Buschel ( Scheffel ) viele hier herum haben nichs bekommen. Weitzen hatten wir dies Jahr nicht viel gesähet haben 250 Buschel gedroschen, ist hir diesjahr alles theuer u. geht jeden Tag in die höhe, was zimlich hart für Taglöner u. arme Leute ist, doch sonst sind Seiten u. Arbeit hir zimlig gut, obschon Amerika ein reiges Land ist müßt Ihr nicht denken, das alle Leute hir wohlhabent u. Reich sind, es hat hir gerade so viel Arme wie bei Euch u. Der ganzen Weld, doch wer gesunde Knoggen, ein gutes Verstand hat u. es gebraucht u. nicht Leichtsinnig wird, kan es hir 20 mahl ehe zu was bringen als bei Euch, wir haben ungefär 300 Acker, jeder Fus ist guter Ackergrund, doch ist noch nicht alles Kulturt, zimlig ist noch in schönes Hols. 50 Acker davon haben wir unsern ältesten Sohn davon gegeben, worauf er Wont, es geht Ihm recht gut, er hat 2 Kinder, 1Junge von 2 Jahren u. ein Mätgen von 5 Monat, somit seit Ihr lieber Vater schon ein par Jahren Uhrgrosfater, auch unsern zweiten Sohn haben wir 50 Acker Land gegeben, worauf er für sich Ackert, ist noch ledig, hat freihe Kost u. Loschie bei uns u. Arbeit für Sich, den Er ist bald 22 Jahre Alt, den mit 21 Jahre sind Sie in diesem Lande Selbstendig u. wollen für Sich, somit geben wir Ihnen einen guten anfang, halten Sie unter Aufsigt u. bewarn Sie for schlegte Geselschaft, doch wir können uns nicht beklagen, Sie sind alle recht Gescheit u. Stark, wen Sie bei Euch wären müsten Sie alle sigger des Keisers Rock tragen wahrscheinlich in Berlin, doch das ist ein Trost im Freihen Amerika, wir haben über 100 Acker unter Kultur, das meiste Land drainiert, die grosen Stemme mit Deinemiet heraus geblasen, das es gekragt hat wie bei Metz u. Grawelot, den hir werden die Beume nicht ausgerodet wie bei Euch, sondern ein par Fus auf den Grund abgesägt oder gehaut u. somit haben wir einer der Schönsten Farme oder wie man es bei Euch nent, Kolinat oder Schulte in der Umgebung geschaft, doch was gibt man hir um Tittel u. Großtun, hir geht es nur um den Thaler, hier gehet man mit einen Dokter

Oberbürgermeister Statzanwald Landrat u. solche Menschen in denselben Wirtshause u. am selben Tisch, von Bruder Bernard habe ich in einer Zeitlang nichts mehr gehört, im letzen Brief waren Sie alle noch gesund u. wohl, von C. Leismann haben wir vor ein par Wogen einen Brief Erhalten, das Er Seine Tochter 17 Jahre alt durch den Tode verloren hat, wir haben hir jetz Seit 8Tagen einen recht strengen Winter, 6 Soll Schnee mit gehörige Kelte was für diese Gegent zimlig ungewönlig ist, können weiter nicht viel ausrichten als das Vie Versorgen, Essen u, beim warmen Ofen Sitzen. Jetz mögte ich auch wohl Fragen, wie es bei Euch allen noch geht, wie geht es Euch lieber Vater, ich Hoffe das Ihr glüchlig u. Zufrieden seit in Euren Alten Tagen, wie ich es hier bin, wen Ihr einenWunsch an mich habet, lassset es mir wissen, ich will Ihn gerne Erfüllen, wen es in meinen Kreften stet, wie geht es Euch allen Brüder Schwestern u. Anverwante, lebt unsere Tante Kleinhölter noch, wie sit es mit den alten Bekanten aus wie geht es mein ?

Hier ist der Brief zu Ende. Der Schlusssatz und die Unterschrift fehlen oder sind verloren gegangen. Der Brief ist geschrieben von

Theodor Hovekamp


















Louisville den 12 ten Dezember 1902


Lieber Bruder!

Deinen Brief mit der Traurigen Nachricht u. von den Todt unsers Vaters haben wir erhalten u. uns alle sehr betrübt. Den Brief habe ich verspätet bekomen, den er hat lange auf den Postamt gelegen.Den Brief mit den Bankwechsel mit einer aneisung von 142 Dolla 24 cent habe ich erhalten, ich wahr vor 8 Tage in der deutschen Versicherungs Bank, da war das Geld noch nicht angekommen, seitdem bin ich noch nich wieder hin, aber es wird alles seine richtigkeit haben, den auf der Bank sagten sie mir. Geld thut selten so geschwind überkommen wie Briefe, im übrigen danke ich Euch, den Vater wird es wohl so gemacht haben, wie er dachte, das es recht wahr.

Auch kan ich Euch mittheilen das wir alle noch recht gesund sind, die Zeiten für die Bauern hier sind heute wohl gut, den alles im durchschnit ist hier zihmlig gut gerahten u. bringt auch ein guter Preis. Weitzen wahr die schlechteste Ernte, den der letzte Kalte eisige Winter hatte den Weitzen stark mitgenommen. Fettes Vieh bringt bessere Preise wie wir es gewohnt sind, haubtsächlig Schweine.

Den Brief von letztes Jahr mit Vater seine Abbildung haben wir erhalten und uns alle sehr gefreut. Schließend grüßen wir Euch Alle

Dein Bruder B. Hovekamp


adresse B. Hovekamp

R. F. D. No. 10 South Park,

Kentucky

U. S. Amerika


Ich bekome auch die Briefe unter der alten adresse, aber oftmahls verspätet, unter der neuen adresse werden uns unsere Postsachen jeden Tag ins Haus gebracht.









Louisville, May, 22 ten 1911


Lieber Bruder!


Deinen Brief vom Januar habe ich erhalten, und zu unsern Mitleid daraus gesehen das Dein Sohn Bernhard vor 2 Jahre gestorben ist. (Anmerkung: Bernhard war der älteste Sohn von Heinrich Hovekamp, er war ein Bruder von Carl, Heinrich u. Anna Hovekamp. Er ist im Alter von 26 Jahren als Student gestorben.) Von uns kan ich Euch mitteihlen, das wir alle noch gut gesund sind, habe 5 Kinder

2 Mädchen 3 Buben, älteste Tochter Katharina ist verheiratet und hat ein wakeren Bub, somit bin ich Großvatter. Die Witterung letzten Sommer wahr ungewöhnlich Naß, der Winter wahr gelinde, die Früchte stehen hier soweit recht gut, der Weitzen läßt die Ähre sehen, das Welzkorn kömt auf und es wird auch immer noch gehflanzt, das Wetter letzte Woche wahr ungewöhnlich heiß 93 bis 94 Grad, gute junge Pferde und Maulesel sind teuer von 200 bis 300 Thaler das Stück, fette Schweine sind lange nicht so teuer wie letztes Jahr, so 6 cent das Pfund lebendig. Wir wohnen 8 Meilen von Louisville, die Elecktrische Kar geht beinahe bis unser Haus. Ich betreibe immer noch Landwirtschaft, die Hauptproduckte sind Weitzen Heu Korn Kartoffeln, habe 6 Maulesel 2 Pferde. Waß mich selber anbelangt, bin noch zimlich rüßtig u. gut auf die Beine.

Ich kan mich Hauenhorst noch recht natührlich vorstelleen, doch wen ich es wiedersehen würde, würde ich es wohl nicht mehr kennen.

Hiermit schicke ich Euch meine Photograf, wen Ihr es bekommen habet,

lasset es mir wissen.

Hirmit Grüßen wir Euch Alle

Dein Bruder

B. Hovekamp

Louisville

Okolona St. Ky.

U. S. Amerika








Padueka den 26 ten Aprill 1910


Lieber Bruder u. Vamilihe.

Mit Freuden haben wir Deinen Brief richtig erhalten u. uns recht gut getan mal von Euch zu Hören, auch wir haben keine Narung u. Geldsorgen, soweit haben Wir es glücklig gebracht, sonst haben wir auch einen guten Theil Leiden Ausstehen müssen, den ich habe vor 3 Monate ein rechtes Unglück gehabt, den Wagen und Ferde sind über mich gegangen, hat mich die rechte Schulter weit aus den Gelenke gerissen u. den Schulter Knogen gebrogen. Ich habe Gloriform genommen u. zwei Aertze genommen um es wieder in die Reihe zu bringen, ich habe viel Schmerzen ausgestanden, mehr wie ich Einem Wünschen möchte, meine Hand ist noch halb gelämt so, das ich kaum den Bleistift halten kann, darum mus Du mein schlegtes Schreiben Entschuldigen, auch meine Frau hat letzen Sommer Ihren Theil bekommen, den sie hatte einen Krebs an der Hand, ist nach mehr Monatlige Behandlung u. Schmerzen, glücklig geheilt bekommen haben.

Wir haben hir ein sonderbares Wetter, der Merz war der schönste den ich je gesehen habe, Merz u. anfang Aprill war es so schön u. warm, das es gewacksen ist wie im Sommer, seit 10 Tagen haben wir ein rechtes Winterwetter, Gewitter Sturm Regen Hagel u. Schne, vieles in unsere Nachbarschaft ist alles verschlagen, doch wir haben davon keinen Schaden bekommen, es hat hir gestern seit 24 Stunden Geschneit, was ich noch nie vorher gesehen habe, letzen Jahr war es hir bis in Julei sehr nas, so das viele auf Nideren Land gar kein Korn bekommen haben,

doch wir selber hatten eine recht gute Ernte, auch ist alles recht Teuher, besonders Fleisch, Schweine sind von 9 bis 11 Cent per Pfund lebent Gewicht, Rindvieh von 5 bis 7 Cent. Das Folk war gans aus den Heuschen, das Ihr die Fleischkörbe so hoch gesetz wurden, Theil wolten das Fleischessen gans Aufgeben, das hat Ihr auch schlegt gepast u. nich geholfen u. somit müssen Sie sich woll schlieslich in das Unvermeidlige geben, nach meiner Ansicht komt die Teuerung von, das wir jeden Jahr über 1 Milionen mehr Esser bekommen, wovon nur ein kleiner theil auf den Lande geth, u. die meißten Farmer Betreiben, eine rictige Raubwirtschaft, Sie wollen nur immer vom Lande nemen, aber nichs geben u. die Ernten werden immer kleiner , nach meiner Ansicht ist die Zeit nicht mehr fern, wo Amerika nicht Her ist, seinen Eigenen Bedarf decken zu können.

Ja Deinen Brief haben wir gesehen, das sie Euch noch in Deinen alten Tagen von der Heimat vertreiben wollen, Ihr werdet Hoffentlich keinen Schaden dadurg Leiden, von Bruder Bernad haben wir lange keinen Brief mehr bekommen, Er ist noch Fauler im Schreiben wie ich, Sie sind Alle noch wohl , den Seine Kinder Schreiben hier u. da eine Postkarte oder etwas Englisch. Hiermit mus ich Schlisen, weil mich das Schreiben durch mein halb Gelemter Arm so schwer fält, viele Herzlige Grüße von uns an Euch Allen besonders Euer Bruder

Theo. Hovekamp

































Padueak 20 ten 1911


Lieber Bruder u. Vamilihe!

Da es schon lange Zeit her ist, das wir etwas von Euch gehört haben, so mus ich wohl einer der klügste sein, um Euch einige Nachrigten zu geben. Wir sind soweit noch alle recht gesund u. wohl, das heist meine krüppel – Schulter abgerechnet, die wird auch nie wieder gut doch ich bin Zufriden, habe keine Schmerzen daran u. kan auch noch mange Arbeit thun, den ohne Bescheftigung bin ich nicht zufrieden, wir Hoffen, das Ihr Euch auch allen noch der besten Gesundheit u. Wohlergehen Erfreut, wir hatten hir letzen Früjahr eine sehr Trockne Zeit, es hat in etlige Monat fast garnicht Gerechnet so das Heu Hafer u. Kartofeln sehr sehr gelitten hat. Kartofeln kosteten hir den Sommer 2 Dolla u. darüber das Bussel, Heu 1 Cent per Fund u. darüber, wir haben bald 40 Acker in Luzerne u. noch zimlich gute Ernten bekommen, haben es 4 mahl gemät, es verkauft sich wie Sucker u. bringt schönes Geld, ich will den ganze Farm fast mit Luzärne Bestellen sobald ich das Land dazu Hergerichtet habe, was ich nächstes Jahr wohl fertig bringen werde ,den ich gebrauge 6 bis 8 Fuder Holzasche zum Acker, welches ich hir von die Sägemülen bekomme, sonst wacks er hir nicht u. somit kan es hir auch fast kein anderer Sähen, u. auf eine schön laufende Maschine zu sitsen u. Mähen kan ich noch recht gut u. tuhe es gerne, wir haben einen Dikken Schwarzen in Rente der für uns Arbeited für 1 Dolla per Tag frei Haus u. Hols, auch unser einer lediger Sohn ist am Haus bauhen u. will bald Heiraten, dan sind wir ganz alein, sie wohnen alle zimlig in unsere Nähe u. tuhen recht gut, jetz mus ich auch mahl fragen, was Ihr macht u. wie es geht, das letze mahl hast Du mir geschriben von einen grosen Ranschirbanhof, ist da was von geworden u. haben Euch Vertriben oder nicht, was magen alle Eure Nachbarn u. Bekannte, wer ist der glücklige für Frau Werning geworden. Hiermit Schlisen Senden wir Euch Allen viele Herzlige Grüße u. ein Glückliges neuhes Jahr

Euer Bruder

Theo. Hovekamp


Entschuldige mein schlegtes Schreiben mit Bleistift, mein krüppel Arm will es nicht anders.

Adresse: Theo Hovekamp

Boy 55 Paducah Kentucky

R. F. H. # 3

Paducah Ky. Den 9 ten Januar 1913


Liebe Brüder! Dein uns so werten Brief haben wir richtig Erhalten u. zu unsere Freude Euer gutes wohlergehen daraus vernommen, auch wir können uns soweit nicht beklagen, es geht uns soweit recht gut, wir haben lestes Jahr eine zimlich gute Heuernte gehabt, den das meiste was wir noch sähe meist Luzerne,die ersten zwei Schnit haben wir verkauft zu 25 Dola die Tonne 2000 Fund, weil foriges Jahr das andere Heu eine Fehlernte war u. das andere Heu noch nicht reif, wir mähen den ersten Schnit gewönnlich anfangs May u. den so alle 5 bis 6 Woggen, ich meine es ist das beste Heu der Weld u. ich weis keine Frucht die sich so gut bezalt. Ich will den ganzen Farm in Gras sähen, ausgenommmen etwas für Welkorn, das Heu ernten tuhen zwei unserer Söhne, dafür krigen Sie die Hälfte, den ich u. meine Frau sind jetz ganz alein, der letze ist auch for ein Jahr Geheiratet u. hat einen jungen Sohn von 6 Wogen, ich Arbeite immer noch son bischen herum doch meine krüppel Schulter u. die alten Knoggen kan ich nicht mehr die helfte wie füher, habe es auch nicht nötig, doch ganz ohne Arbeit bin ich nicht Zufriden, meine Frau ist in Ihrem Alter noch recht gesund u. Stark u. kan noch mehr wie ich. Wir hatten hier herum sonst letzes Jahr ein recht schlegtes Jahr, von mitte May bis mitte August fast immer geregnet,so das Land was nicht Dränirt war alles Welskorn versofen ist u. danach hat eine Trockenheit eingesetz, die über 2 Monat gedauhert hatt, doch die Nördlig gelegen Staten von uns, sollen sie nach dem Bericht Ungeheure Ernten haben, wir hatten hir einen recht schönen Spatjahr, trockken u. milde, doch jetz regnet es seit 3 Tagen was das Zeug halten kann, auch kommen Wir hier bald in änlige Lage wie Du, den die Eisenbanen wollen hier auch einen großen Fracht Banhof anlegen, soviel bis man jetz hört, einen Senter Banhoff, von die nördlig von uns gelegen Staten bis zum Panima Kanal, die Eisenbahns Kumpanihen haben Spätigherbs hier an 1000 Acker gekauft von 40 =100 Dolla den Acker bis an unsere Farm, doch der ist Ihr nicht mehr im Wege, doch zwei unsern Buben Ihren Farm den müssen Sie haben, den die stecken noch grade daschwischen, doch die könnnen Sie nicht so billig Bekommen, weil sie gute Gebeulichkeiten darauf haben, for 15 Jahren hat man den Acker noch for 6 bis 10 Dola gekauft, vielleicht in 10 Jahren ist es eine Statt, wie es heist sollen 5 -6 neuhr Eisenbanen herein kommen.

Lieber Bruder es freuhet mich, das Du einen guten u. zufriden Farm gefunden hast, den es Freuhet mich das wir beide keine Narung u. Geld Sorgen zu tragen haben, den die Welt ist doch für uns nicht viel mehr u. wen man zurück blickt, ist doch alles nur ein lehrer Traum, von Bruder Bernat habe ich seit letzen Sommer nicht mehr gehört. Er ist noch fauler im Schreiben wie ich.

Hiermit Schlisend Wünschen wir Euch Allen Nachträglch ein glückliges Neuhes Jahr, besonders Euer Bruder

Adresse Theo Hovekamp

Paducah Ky.

B. H. No 3

North Amerika































Paducah Ey. Den 2 te, Januar 1914


Lieber Bruder Schwigerin u. Angehörige!

Lieber Karl deinen schönen Brief haben wir richtig am 23 Dezember erhalten u. gesehen, das Ihr alle noch gesund u. wohl seit dasselbe wir auch von uns sagen können, auch habe ich gesehen das Ihr auch Euern Antheil von Unglück bekommen habt, es ist mir sehr zu herzsen gegangen, das Bruder Heinrich nicht mehr ist, sondern in ein besseres jenseitz Abberufen ist, doch Gottes Wille geschehe, wir müssen alle einmahl den Wech gehen, auch das Brandunglück war ein harter Schlag für Euch, doch es war ein Glück das Ihr alles so guth Versigert hatted, auch wir haben unsern Theil von 1913 Bekommen, nicht durch Feuher, sondern durch Wasser u. Dürre, den wir hatten hier nämlich eine große Überschwemmung im Aprill, der ganse Farm war von 3 bis 6 Fus unter Wasser, die ganse Umgegent war weit überschwommen, die Stad war ¾ unter Wasser, wir hatten 2 Fus Wasser auf den untern Flohr, wir hatten unsere Sagen im 2 Stoch gebracht, meine Frau ist mit das Fie nach unsern jüngsten Sohn gegangen wo es nicht unter Wasser wahr,ich bin zu hause geblieben, hatte Gumistifeln bis an die Hüfte, womit ich in die Küge ginch u. das Essen bereitete, hatte den Kochofen auf Tisch gestelt,oberhalb am Ohioheu Flusse sind viele Menschen u. Fie Ertrunken, doch hier ist keine Gefahr für das, den hier ist alles flach u. das Wasser komt Solweise so ungefer 1 bis 2 Fus den Tag u. so ghet es den auch wieder fort, viele unsere Einfriedigung sind fort gewaschen, alles was nicht von Posten u. Drath wahred, u. danach haben wir so einen trockenen Sommer gehabt,wie ich hier noch keinen gesehen habe, es hat den gansen Sommer nur 3 bis 4 gute Schauher geregnet u. somit war Heu Kartofeln Hafer u. Welskorn eine Misernte, doch wir haben genuch Heu u. Korn für unsern bedarf erhalten, auch die Buben haben eine nach den Verhältnis recht gute Kornernte bekommen, theil Staten haben noch schlimmer gelitten, theil andere auch wieder bessere Ernte u. somit ist hir auch alles hoch in Preisen, Heu 20 bis 22 Dola, die Tonne 200 Fund, wird diesen Früjahr noch bedeutten steigen, Welskorn 70 Sent, wird bis Fruejahr wohl bis zu 1 Dolla gehen, Kartofeln 85 Sent bis 1 Dolla per Bussel, Schweine 8Dolla per 100 Fund, Küehe u. Schlagtstiere von 5 bis 8 Dolla das 100 Fund, doch Weitzen ist zimlig Billig 95 Sent das Bussel, doch der wirt hier wenig gebaut ist aber sehr gut Geraten, ich und meine Frau Wohnen hier jetz gans alein, sind nach unsern Alther zu Rechnen noch recht Gesund,auch unsere Söhne sind alle recht Gesund u. Verheiratet, jeder hat Seine Farm u. tuhen recht gut. Durch diese beiderseitigen Unfelle wollen wir uns nicht Entmutigen lassen, den das wird bald vergessen wen wir nur Gesund bleiben ,den nach Regen folgt Sonnenschein.

Hiermit Schlisend Grüßen wir Euch allen Herzlig vielmahl, Wünschen Euch allen eine Glücklige Gesundheit u. gutes Wohlergehen, Grüßet Schwestern u. Bekannte von uns, jedem ich verbleibe Euch in Liebe gedenken

Theo Hovekamp
































Paducah, Ky. 16 Dezember 1919


Lieber Karl u. Euch allen!

Wir haben den so senligsten verlangten Brief von Euch richtig mit der größten Freude Erhalten u. daraus gesehen das Ihr wieder glüchlich aus dem Schreckligen Krige, wieder glücklig in der Heimat angelangt seit. Wir haben oft im bangen an Euch gedacht, auch Eure schönen Potres haben wir mit freuden Erhalten, liebe angehörigen wir sind auch alle noch gesund u. wohl, wir hatten hier in Amerika letzes Jahr eine schlimme Krankheit, die Spanische Influrenz genant u. hat Milionen von Menschen Weggeraft, dan wir sind davon verschont gebliben, die Söne u.Vamilihe haben sie mehr oder weniger gehabt aber Glücklig überstanden, lieber Karl Du schreibst, das es bei Euch alles so teuher ist u. keiner mehr Arbeiten mag, es ist hir nicht besser, Taglohn, Kleider, Schuhe, Lebensmittel, Farmergeratschaft alles ist hir doppelt u. dreifag so hog wie vor dem Krige, Weitzen kosted hir 21/2 bis 3 Dolla das Bussel 60 Fund u. geht jeden Tag in die höhe, Welskorn 11/2 bis 2 , Schweine 13 bis 14 Sent per Fund, Kühe von 60 bis 100 , Heu 30 bis 35 Dolla die Tonne 2000 Fund u. get jeden Tag in die höhe, Ferde sind nicht so hog, ich habe letze Wogge ein gekauft 6 Jahre alt für 125 Dolla, Maulesel sind aber höher 200 bis 300 Dolla, mit den Arbeitern ist es grade wie bei Euch , 8 Stunden Arbeitszeit viel Geld u. leichte Arbeit. Sie wollen nicht unter 2 ½ bis 5 Dolla den Tag Arbeiten oder Sie gehen am Ausstand, doch die hohen lebenskosten nimt alles hinn, u. die Kapital haben wollen in kurzer Zeit Milionner werden, wenn Sich zwei Schlagen, haben gegenwärtig beide Schuld, was das Wetter anbelangt, so geht es ungefer wie bei Euch, letzes Jahr war es hir sehr Troken u. die Ernte nicht besonders u. Diesjahr war es den ganzen Zeit so Nas, das for Juny nicht viel geflantz werden konte u. dan eine Trockenheit, das es nicht wacksen konte u. den im Ocktober u. November wider so nas, das man nicht auf Land kommen konte u. somit sind viele Kartofeln besonders Süskartofeln im Grunde verfault sind u. die Flüße sind so früe aus Ihren Ufer getreten das viel Welskorn weggewaschen ist, Suker ist hir so rahr, das man auf mere Wogen keiner bekommen kann u. den wieder nicht mehr als 1 oder 2 Fund u. kostet von 15 bis 25 Sts. das Pfund, Taback ist auch sehr hog von 25 bis 35 Sts. das Pfund es wird hir simlig viel Gezogen und magen ein Schönes stück Geld daraus, einen Acker bringt gewönlich von 800 bis 1000 Fund, doch es ist zimlig vill Arbeit damit, for den Krige verkaufen Er sich so von 8 bis 10 Sent das Fund. Du schreibst ein Schnäpsche kostet bei Euch 1 Marke, das ist noch billig, hir kostet es ½ Dolla, weil hir auf jede Salon 7 Dolla u. 20 Sent Täcks ist, ich habe noch keine zu dem Preise gekauft, den ich tuhe es ohne u. wird mich auch garnicht schwer, den so das Geld fortwerfen ist doch ein bischen stark, doch sind hir noch die Saufer, die darauf lossaufen, wen Sie es auch mit Taglon Verdinen, was uns anbelangt sind wir noch recht Gesund, doch habe es so in die Knogen das ich wenig mehr Arbeiten kann, meine Frau ist für Ihr Alter noch recht Stark u. kan 10 mehr leisten als ich, auch die Söhne tuhen alle recht gut, was die Amerikanischen Soldaten anbelangt die in Deutschland waren u. ich gesprogen habe sind alle des Lobes voll über die Deutschen u. Ihre Behandlung, auf die Fransosen u. Englender Ihre Bundesgenosen sind Sie nicht gut zu Spregen, was die Teurung anbelangt, so braugen wir Bauern uns doch nicht zu Beklagen, den wir können immer noch mehr wagen als bei die Biligen Zeiten, Hiermit Schlißen Grüßen wir Euch Allen in Liebe vielmahl

besonders Theo. Hovekamp


















Paducah cty. Dem 1. März 1922


Liebe und werte Angehörigen!

Euren uns werten Brief vom 3 Februar haben wir richtig Erhalten u. daraus gesehen das Eure Schwester Anna in die Ewigkeit hinüber gegangen ist, auch kan ich euch mittheilen das Bruder Bernart in Louisville vor 4 Wogen gestorben ist, Sie haben uns eine Depestche geschickt, Sohn Bernat ist zur Begräbnis hingewesen, Er war lange nicht mehr Gesund u. ist an die Grip u. Lungenentzündung gestorben,

wir halten uns noch soweit zimlig wohl, doch das Alter macht auch seine Ansprüge, den ich kan nichs mehr tuhen den meine Beine u. Rücken wollen es nicht mehr zulasen, meine Frau hällt sich soweit recht tapfer, doch letze Woge hat Sie auch stark die Gripp gehabt, doch ich Hoffe, Sie ist es beinahe über, auch die Kinder u. Familihe sind damit mehr oder weniger heimgesucht, es ist nich alein bei Euch sondern es scheint als wen es über die Ganse Welt ist,

wir Wonen nicht mehr auf den Farm sondern haben ihn ausgerented auf 5Jahren zu 7000 Dolla das Jahr, habe 4 Acker gekauft ¾ Meile näher nach der Statt, haben ein Backstein Haus darauf gebauth mit 3 Simmer halten nur eine Kuh, Hüner, Katzen u. Hund, wir hatten hir letsen Jahr einen recht heisen Sommer u. teilweise trocken Sommer gehabt, die Farmer haben für soweit ein schlimmes Jahr, die Ernte war nicht besonders gut u. die Preise schlegt u. viele gehen Bankerot.

Es scheint als wen die ganse Welt noch verrückt ist u. hir besonders, es hir gans Verboten, Wein, Bier oder Schnaps zu Magen oder zu Trinken u. somit helfen viele sich selbs u. magen sich selbst im kleinen, verkaufen es bei Galoner zu 7- 10 Dolla, wen Sie dabei getrofen werden wird Ihre ganze Einrichtung fordgenommen u. um 50 bis 100 Dolla bestraft u. doch können sie es bis jetz noch nicht Ausrotten, mannigmahl komt es auch zu Schisereihen wie lange der Humborck noch Anhalten wird weis ich nicht, doch Ich gebe nicht viel darum, das heist man kein freihes Land,

wie lange der Ungerechte Verseiler Friden noch stehen wird weis man nicht,

ich hoffe das es bald zu Eurem Besten geregelt wird,

ich hätte Euch schon lange Schreiben sollen, aber wie es leider geth ist es immer so hingegangen u. wegen meine steifen Schulter wird mir das Schreiben zimlig schwer,

Eure Ansichs Karten von Eure Gut haben wir auch richtig Erhalten, es ist sehr schön.

Hiermit Schlisen Wünschen wir Euch allen die glücklige Gesundheit u. das beste Wohlergehen besonders

Theodor Hovkamp


Hier bei sende ich Euch einen Amerik. Dola, dafür Trinket ein auf unser Wohl.