Materialsammlung zu "Hilbers Hoff" in Neuenkirchen
Karl Hovekamp 2014/15/24
Stammtfel Johann-Georg Hilbers in Neuenkirchen auf "Hilbers Hoff".
Die letzte Besitzerin (bis 1911) von "Hilbers Hoff" war Clara Elisabeth Maria Hilbers.

Auszüge aus dem Buch: "Das Dorf entlang" von Karl Evers 1947




Der Antichrist von Neuenkirchen; August Bahlmann
Informationen von Heinrich Fischer zum Spuk auf Hilbers Hof:



Aufzeichnungen von Heinrich Helmken (Sohn von Justina Helmken geb. Hilbers) aus dem Jahre 1943:







Auszug aus der Hofgeschichte Hovekamp, verfasst 1937/38 von Carl Hovekamp
"Der jetzige Erbhof Hovekamp in Neuenkirchen stammt auch aus alter Zeit
und war früher als "Hilbers Hoff" weit und breit bekannt.
Vor reichlich 100 Jahren gingen die tollsten Spukgeschichten über ihn im Volke um.
Wollten die Knechte an einem Morgen die Pferde anschirren, war alles Lederzeug zerschnitten.
War das Essen für die Arbeiter auf dem Felde in einem Korb verpackt,
so konnte es vorkommen daß die Butterbrote verschwunden waren und nur ein Haufen Kot darin war.
An einem Morgen jedoch fand man sogar den Ackerwagen oben auf dem Dachfirst und die Pferde davor.
So sah man fast an jedem Morgen Unheil. Da begann man, mit Flinten und dergl. bewaffnete Männer
als Nachtwachen aufzustellen. Daß sie einen Erfolg gehabt hätten, wird nicht berichtet.
Eines Abends sollen sie auf der Wagendeichsel gesessen haben,
als plötzlich unsichtbar der Stock herausgezogen wurde und alle mit Schrecken auf die Erde fielen.
Ein Mann aus der Gegend, der abends am Hofe vorbei mußte und von der Wache gehört hatte,
rief schon von weitem: "Scheit't nich, ick sin Sunndags-Gert de guedde Mann!"
Daß viele Schäden vorgekommen sind und auch Wachen gestellt wurden, bleibt als Tatsache bestehen.
Der vor etlichen Jahren in hohem Alter verstorbene Wirt August Diercksen wußte,
daß sein Vater in jungen Jahren mit Posten gestanden hätte.
Nach der Überlieferung verursachte ein auf Abwege geratener Geistlicher des nahen Dorfes
die Schäden und Unglücksfälle. Er soll dann nach Amerika ausgewandert sein,
sich dort bekehrt und den Schaden erstattet haben.
Die jetzt über 8O Jahre alte Ww. August Diercksen glaubte,
mir den wahren Grund der Verhexung mitteilen zu können.
Eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter habe zu der Zeit auf dem Hofe gewohnt
und folgendes mitgeteilt.
Der damalige alte Bauer Hilbers habe dem Geistlichen 200 Thaler (= 600.- Mark) geboten,
wenn er seinen Sohn vom Militärdienst frei schaffe. Das sei diesem gelungen,
aber der Bauer habe ihm den versprochenen Lohn nicht gegeben
und sei daraufhin dessen Rache verfallen.
Der letzt Bauer aus dem Geschlechte der Hilbers hieß Georg
und seine Frau war eine geborene Determeyer aus Ibbenbüren.
Sie hatten 4 Töchter, von denen Maria, die älteste und nachmalige Besitzerin,
am 18. Juni 1870 geboren wurde. Am 20. November 1877 errichteten die Eltern ein Testament,
welches schon am 31, Januar 1878 publiziert wurde,
nachdem sie also in der Zeit schon beide verstorben waren.
Die Hofeserbin kam zu ihrem Onkel und Vormund, dem Colon Bernard Schulte Wissink nach Ohne.
Der Hof wurde verpachtet und zwar meist in Parzellen,
während in den Gebäuden etwa 4 - 5 Familien hausten.
Im Hauptgebäude betrieben die jeweiligen Pächter langjährig eine Gastwirtschaft,
dann auch Brennerei und noch Fabrikation von Zementrohren.
Nach den Überlieferungen stand über allen Unternehmungen kein guter Stern.
Von 1900 bis 1905 hatte Hubert Holtgräwe die Hauptwohnung mit etwa 30 Morgen Land gepachtet.
Von 1905 ab bis zum Verkauf des Hofes 1911 war Theodor Temming Pächter des ganzen Hofes,
der inzwischen auf 196 Morgen verkleinert war.
Durch die im Jahre 19o5 eröffnete Eisenbahnlinie Rheine - Ochtrup
war ein ziemlicher Streifen in Anspruch genommen worden.
Die durch die Bahn abgeschnittenen Flächen mit 3 Heuerhäusern wurden ebenfalls verkauft.
Das Bahnhofshotel Diercksen wurde darauf errichtet,
während das übrige heute zum Industriegelände der Firma Hecking gehört."
Auszug aus dem Buch "Münsterländische Sagen" ISBN 3-402-06104-X Seiten 108 und 109


Auszug aus dem Lokalteil der Münsterländischen Volkszeitung vom 21. Juli 2001
Eine Interpretation der Sagen zu 'Hilbes Hoff' (richtig: 'Hilbers Hof') von Heinz Koops

Auszug aus: "Münsterländische Volkszeitung; Neuenkirchen/Wettringen; Samstag, 8. August 2015"



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